Waltari, Minutus der Römer

Der Roman spielt im 1. Jahrhundert n. Chr. und führt den Leser zunächst von Antiochia nach Rom. Weitere Stationen sind Britannien, Griechenland und schließlich Jerusalem, das im Jahre 69 von römischen Truppen erobert und völlig zerstört wird.

Protagonist des Romans ist Minutus Lausus Manilianus, der in seinen Erinnerungen von seinem Leben berichtet. Als Halbwaise in Antiochia aufgewachsen, übersiedelt er in jugendlichem Alter zusammen mit seinem Vater nach Rom. Dort freundet er sich mit dem nur wenig jüngeren Lucius an, dem späteren Kaiser Nero, unter dessen Herrschaft er die übliche Ämterlaufbahn durchläuft und in Rom Karriere macht. Dabei gerät Minutus in engen Kontakt mit den ersten Christen, die sich gerade von einer jüdischen Sekte zu einer eigenständigen Religionsgemeinschaft entwickeln. Er erlebt das Zerwürfnis zwischen Neros machthungriger Mutter Agrippina und ihrem Sohn und wird Zeuge der ersten Christenverfolgungen unter Kaiser Nero nach der großen Feuersbrunst von Rom sowie der Wirren nach Neros Tod. Unter dessen Nachfolger Vespasian spielt Minutus eine wichtige Rolle bei der Eroberung Jerusalems. Außerdem wird sein Lebensweg von verschiedenen Frauen aus dem römischen Adel geprägt. Seine Ehen und Liebesaffären verstricken Minutus in allerlei politische Intrigen, die sich verhängnisvoll für ihn auswirken können …

Mit diesem Roman gelang dem finnischen Autor Mika Waltari ein weiteres faszinierendes Werk, das ein anschauliches und facettenreiches Bild vom Leben in der Hauptstadt und den Provinzen des Römischen Reiches im 1. Jahrhundert n. Chr. zeichnet.