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Aus dem Vorwort:

... [Im] Abessinienkrieg von 1868, mit Sicherheit dem seltsamsten aller imperialen Feldzüge, als eine britisch-indische Armee in eines der am wenigsten bekannten und gefährlichsten Länder der Welt einmarschierte und trotz unüberwindlich erscheinender Widerstände und negativster Vorhersagen sich ihren Weg durch steiniges Gelände und schroffe Gebirgsgegenden zu ihrem Ziel bahnte, dort taten, wofür sie hergekommen waren, und dann wieder abzogen – mit kaum einem Mann an Verlusten.

Vielleicht gibt es in der ganzen Kriegsgeschichte keinen glänzenderen Erfolg. Zwölftausend Mann waren dafür nötig, eine mächtige Flotte, neun Millionen Pfund (damals eine atemberaubende Summe), eine präzise wenn auch extravagante Organisation und einen herausragenden alten Soldaten – und das alles, um eine winzige Gruppe britischer Bürger aus der Gefangenschaft eines verrückten afrikanischen Monsters von einem König zu befreien. So waren, um Flashman zu zitieren, die Zeiten eben.

Aber selbst wenn er nicht Teil des eigentlichen Feldzugs war, von Flashmans Rolle hingen Erfolg oder Misserfolg des ganzen Unternehmens ab: Seine Aufklärungsmission setzte ihn einer Reihe schrecklicher Gefahren aus (manche davon waren selbst ihm neu), in einem vom Krieg heimgesuchten Land voller Rätsel, Verrat, Intrigen, einsamer Burgen, Geisterstädte, den schönsten (und wildesten) Frauen in Afrika und schließlich in die Fänge eines verrückten Tyrannen in seiner Festung im rückwärtigen Teil des Jenseits. All das berichtet er in seiner schon bekannten schamlosen Ehrlichkeit, und, mit dem Licht, das er auf ein einmaliges Kapitel der imperialen Geschichte wirft, lädt er zu einem Vergleich mit späteren, weit weniger glorreichen Zeiten ein.

Denn Flashmans Geschichte kreist um eine Britische Armee, die aus guter, ehrlicher Absicht ausgeschickt wurde, von einer Regierung, die wusste, was Ehre hieß. Sie wurden nicht losgeschickt, ohne dass es an höherer Stelle peinliche Fehlentscheidungen gab oder Verzögerungen, bis jede Hoffnung auf eine friedliche Beilegung zu Grabe getragen war. Die Angst vor einer Katastrophe hing über dieser Expedition, aber das britische Volk stand voll hinter ihr. Kein Politiker hat daraus Vorteil oder Profit gezogen. Es gab keine messianischen Ansprachen. Es gab keine falschen Rechtfertigungen, Täuschungen, Verdeckungen oder Lügen, nur die Erfüllung der ersten Pflicht einer Regierung: ihre Bevölkerung zu schützen, egal, was es kostet. Um Flashman noch einmal zu zitieren, so waren die Zeiten eben...